Sekundärverluste: Warum Trauer so viel mehr betrifft als den Tod eines geliebten Menschen

Sekundärverluste: Warum Trauer so viel mehr betrifft als den Tod eines geliebten Menschen

 

Der Tod eines geliebten Menschen ist ein erschütternder Verlust. Doch in den Wochen und Monaten danach kann es sich so anfühlen, als ob wir noch mehr als nur die Person verloren haben.

Wir erleben, dass der Tod nicht nur ein einziges Loch in unser Leben reißt. Der Verlust wirkt sich auf viele Bereiche unseres Lebens aus, so dass aus dem Hauptverlust wie beim Dominoeffekt weitere Verluste entstehen. Diese aufeinander folgenden Verluste werden Sekundärverlust genannt, weil sie als sekundäre Folgen des Hauptverlustes gelten.

Wenn du dir die Auswirkungen von Tod und Trauer vor Augen führst, scheint die Unvermeidbarkeit von Folgeverlusten offensichtlich.

Es gibt konkrete Sekundärverluste wie den Verlust von Einkommen, Wohnung, Job oder finanzieller Sicherheit.

Es gibt Sekundärverluste, die durch Veränderungen deines sozialen Umfeldes gekennzeichnet sind, wie die Distanzierung bzw. der Verlust von Unterstützer*innen, von gemeinsamen Freund*innen oder Familienmitgliedern.

Es gibt Sekundärverluste, die sich auf den Verlust deiner Identität beziehen bzw. Verlust der Beziehungsidentität, Verlust der Rolle als Pflege- bzw. Betreuungsperson, Verlust des Selbstbewusstseins oder Lebenssinns.

Es gibt Sekundärverluste, die sich auf unsere Einstellungen beziehen, wie der Verlust des Glaubens, der Verlust von Hoffnung für die Zukunft, von Zielen oder Träumen.

Dennoch werden trauernde Menschen von diesen Verlusten und der Art und Weise, wie sie ihre Trauer verstärken, oft überrascht. Grund dafür ist, dass sich diese sekundären Verluste oft erst im Laufe der Zeit entfalten. Einige davon werden dir unmittelbar nach dem Tod deines geliebten Menschen bewusst, andere kommen erst im Laufe der Wochen, Monate und Jahre zum Vorschein. Wieder andere werden dir überhaupt nicht begegnen. Genau wie beim Hauptverlust gilt, dass Verluste von vielen Faktoren abhängen, wie deiner Beziehung zur verstorbenen Person, deiner Persönlichkeit, deiner Lebenssituation, etc.

Mache dir bewusst, dass Sekundärverluste auftreten können. Sie sind ein normaler Teil deiner Trauer. Und jeder Verlust – egal wie groß oder klein – will betrauert werden.

Nimm dir Zeit die sekundären Verluste, die du erlebst, zu benennen und anzuerkennen. Alle Verluste aufzuschreiben, kann dir helfen, deine Emotionen besser einzuordnen und dir die Komplexität deiner Trauer bewusst zu machen. Denke darüber nach, was dir bei der Bewältigung deiner primären Trauer geholfen hat und versuche, die bewährten Bewältigungsstrategien bewusst auch auf deine sekundären Verluste anzuwenden.

Nur selten werden sekundäre Verluste vom Umfeld erkannt, anerkannt und unterstützt. Entweder sind sie sehr persönlich und unbekannt, wie der Verlust des Haushaltseinkommens. Oder sie werden vom Umfeld nicht als Dinge betrachtet, die betrauert werden dürfen, weil sie auf den ersten Blick nichts mit dem Tod zu tun haben, wie beispielsweise der Verlust von Sinnhaftigkeit.

Wird ein Verlust nicht anerkannt, bekommt die trauernde Person dadurch nicht die Unterstützung, die sie braucht, um den Verlust zu verarbeiten.

Wenn du das Gefühl hast, dass du von deinem Umfeld nicht das bekommst, was du dir wünschst, könntest du eine Selbsthilfegruppe besuchen oder Gespräche mit einem*r geschulten Trauerbegleiter*in aufnehmen.

Menschen, die einen ähnlichen Verlust erlitten haben und/oder mit diesem Phänomen vertraut sind, können deine Sekundärverluste nachvollziehen. Und allein die geteilte Erfahrung von Sekundärverlusten, schafft ein Gefühl der Empathie und Nähe, welches du in deinem Umfeld vielleicht gerade vermisst.

 

Wenn dich die vielen Schichten deiner Trauer überfordern, bist du damit nicht allein.

Unsere Gedenkimpulse können dir helfen, die unterschiedlichen Verluste zu benennen, zu verstehen und Schritt für Schritt zu verarbeiten – in deinem Tempo, ohne Druck.


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Häufig gestellte Fragen

Was sind Sekundärverluste bei Trauer?

Sekundärverluste sind die zusätzlichen Verluste, die nach dem Tod eines geliebten Menschen entstehen - wie ein Dominoeffekt. Der Hauptverlust (der Tod) zieht weitere Verluste nach sich: Einkommen, Wohnung, Freunde, Identität, Lebenssinn oder Glaube. Diese Trauerverluste verstärken die ursprüngliche Trauer erheblich und machen den Heilungsprozess komplexer. Mehr über die Grundlagen der Trauerverarbeitung erfährst du in unserem Artikel über die 7 Aufgaben der Trauer.

Welche konkreten Sekundärverluste gibt es?

Konkrete Sekundärverluste umfassen finanzielle Einbußen (Verlust des Haushaltseinkommens), Wohnungsverlust, Jobverlust oder Verlust der finanziellen Sicherheit.

Soziale Sekundärverluste betreffen das Umfeld: Distanzierung von Freunden, Verlust gemeinsamer Bekannter oder Familienkonflikte.

Identitätsverluste beinhalten den Verlust der Rolle als Partner*in oder als Elternteil.

Spirituelle Verluste umfassen Glaubensverlust, Hoffnungslosigkeit oder den Verlust von Lebenszielen.

Wir bieten Trauerbegleitung im Kartenformat und helfen Trauernden damit Schritt für Schritt zurück zur Lebensfreude.

Wie kann ich mit Sekundärverlusten umgehen?

Benenne und erkenne deine Sekundärverluste an - sie sind ein normaler Teil deiner Trauerbewältigung. Schreibe alle Verluste auf, um dir die Komplexität deiner Situation bewusst zu machen. Wende bewährte Trauerstrategien auch auf sekundäre Verluste an. Praktische Hilfe findest du in unseren Gedenkimpulsen.

Warum erkennt mein Umfeld meine Sekundärverluste nicht an?

Sekundärverluste sind oft unsichtbar oder werden nicht als "echte" Verluste betrachtet, weil sie scheinbar nichts mit dem Tod zu tun haben. Finanzielle Probleme, Identitätskrisen oder Glaubensverlust: viele Aussenstehende verstehen nicht, dass diese Verluste genauso real und schmerzhaft sind wie der Hauptverlust. Hilfreiche Kommunikationsstrategien findest du in unserem Artikel Was soll man sagen wenn jemand gestorben ist.

Wie können die Gedenkimpulse bei Sekundärverlusten helfen?

Die Gedenkimpulse sind speziell darauf ausgelegt, die Komplexität der Trauer zu verstehen und zu verarbeiten. Die 108 Karten helfen dir, verschiedene Verluste zu benennen, einzuordnen und schrittweise zu verarbeiten - in deinem eigenen Tempo. Sie bieten strukturierte Trauerbegleitung für alle Aspekte der Trauer, nicht nur den Hauptverlust. Besonders wertvoll sind sie, weil sie auch Sekundärverluste thematisieren, die oft übersehen werden.

Was ist der Unterschied zwischen Haupt- und Sekundärverlust?

Der Hauptverlust ist der Tod der geliebten Person selbst.

Sekundärverluste sind alle weiteren Verluste, die als Folge des Todes entstehen - wie Dominosteine, die umfallen. Während der Hauptverlust sofort erkennbar ist, zeigen sich Sekundärverluste oft erst später und werden weniger verstanden.

Beide Verlustarten sind gleich wichtig für die Trauerverarbeitung und brauchen Aufmerksamkeit. Die 7 Aufgaben der Trauer helfen bei der Bewältigung beider Verlustarten.

Können Sekundärverluste auch positive Veränderungen bringen?

Ja, obwohl schmerzhaft, können Sekundärverluste auch zu persönlichem Wachstum führen.

Der Verlust alter Rollen kann Raum für neue Identitäten schaffen. Finanzielle Herausforderungen können zu mehr Selbstständigkeit führen. Glaubenskrisen können zu tieferer Spiritualität werden. Diese posttraumatische Entwicklung ist Teil der Trauerverarbeitung, wie unser Artikel über die 5 Säulen des Glücks zeigt.

Über den Autor

Felix Meindl hat Psychologie studiert und ist Gründer von GEDENKEN SCHENKEN. Er verbindet Trauerwissen aus der Psychologie mit konkreten Impulsen für den Alltag – für Trauernde und alle, die sie unterstützen möchten.