Du hast gerade jemanden verloren. Und irgendwo zwischen dem Schmerz und dem Alltag fragst du dich vielleicht: Sollte ich mir Hilfe holen? Und dann, fast ein bisschen beschämt: „Was kostet das eigentlich?”
Diese Frage ist nicht kleinlich. Sie ist berechtigt. Und sie verdient eine ehrliche Antwort.
Das Wichtigste in Kürze
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Professionelle Trauerbegleitung kostet zwischen 60 und 120 € pro Sitzung – und wird in der Regel nicht von der Krankenkasse übernommen.
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Ehrenamtliche Angebote wie Hospizdienste oder Trauergruppen sind kostenlos.
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Die Krankenkasse zahlt nur bei einer klinischen Diagnose – der sogenannten „Anhaltenden Trauerstörung" (ICD-11: 6B42) – und nur im Rahmen einer Psychotherapie.
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Ein normaler Trauerprozess dauert oft mehrere Jahre. Die wenigsten können sich Begleitung über diesen gesamten Zeitraum leisten.
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Es gibt niedrigschwellige, psychologisch fundierte Alternativen – für alle, die Unterstützung brauchen, aber nicht Termingebunden sein wollen.
Was kostet eine Trauerbegleitung pro Sitzung?
Professionelle und qualifizierte Trauerbegleiter:innen arbeiten in der Regel privat bezahlt. Pro Sitzung (meist 60–90 Minuten) zahlst du üblicherweise:
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60–85 € (das ist die Spanne, die wir am häufigsten sehen),
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in manchen Regionen oder bei sehr erfahrenen Fachpersonen auch bis zu 120 €.
Die Spanne hängt ab von:
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Region (Großstadt vs. ländlicher Raum),
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Ausbildung und Spezialisierung,
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ob es sich um eine Einzelperson, Praxis, ein Institut oder eine selbstständige Begleitung handelt.
Wie viele Sitzungen brauche ich?
Es gibt keine wissenschaftlich festgelegte „Idealzahl" an Sitzungen. In der Praxis zeigt sich aber:
Viele Trauernde nehmen 5–10 Sitzungen in Anspruch. Rechnest du mit 60–85 € pro Sitzung, ergibt das: 300–850 € für einen ersten Begleitungsblock.
Wichtig:
Nach 5–10 Sitzungen ist ein Trauerprozess nicht abgeschlossen. Ein „normaler" Trauerprozess dauert häufig einige Jahre – mit Phasen, in denen es ruhiger ist, und Phasen, in denen alles wieder sehr nah rückt.
Zahlt die Krankenkasse Trauerbegleitung?
Kurze Antwort: Nein – in der Regel nicht.
Trauerbegleitung ist keine Heilbehandlung im medizinischen Sinne. Trauer ist keine Krankheit. Und deshalb übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten nicht.
Eine Ausnahme gibt es: Wenn aus einer Trauer eine klinisch behandlungsbedürftige psychische Erkrankung wird – die sogenannte „Anhaltende Trauerstörung" (nach ICD-11, Code 6B42) – dann kann eine Psychotherapie von der Kasse übernommen werden. Diese Diagnose wird gestellt, wenn die Trauer nach mindestens sechs Monaten noch so intensiv ist, dass sie den Alltag dauerhaft beeinträchtigt.
Wichtig: Das ist dann keine Trauerbegleitung mehr, sondern Psychotherapie – mit Wartezeit, Antrag und Therapeutensuche. Wer heute in Trauer ist, kann oft nicht Monate warten.
Damit es erst gar nicht so weit kommt, solltest du deinen Gefühlen Raum geben anstatt sie zu verdrängen versuchen.
Das Problem mit dem Preis: Trauer braucht Kontinuität
Hier liegt der eigentliche Knackpunkt. Nicht die Kosten pro Sitzung sind das Problem. Es ist die Dauer.
Wer sich eine professionelle Trauerbegleitung wirklich leisten will – über Monate, vielleicht Jahre – kommt schnell auf mehrere tausend Euro. Das ist für viele Menschen schlicht nicht realistisch. Und das bedeutet: Viele Menschen trauern alleine. Nicht weil sie keine Hilfe wollen, sondern weil der Zugang zu ihr zu schwer ist.
Genau das wollten wir ändern.
Unsere Antwort: Trauerbegleitung in Kartenform
Wer sich Trauerbegleitung nicht leisten kann – oder sich von Gruppenangeboten nicht angesprochen fühlt – hatte bisher keine wirklich gute Alternative.
Deshalb haben wir GEDENKEN SCHENKEN ins Leben gerufen.
Die Gedenkimpulse sind psychologisch fundierte Trauerbegleitung in Kartenform. 108 Impulse in 7 Kapiteln – von Abschied nehmen über Verbunden bleiben bis Sinn finden. Woche für Woche, in deinem eigenen Tempo, bis zu zwei Jahre lang.
Immer griffbereit. Psychologisch fundiert. Tröstend. Diskret.
Und das Beste: Bis zu zwei Jahre Unterstützung kosten so viel wie eine einzige Sitzung 1:1 Trauerbegleitung.
Unser Ziel ist klar: Den Einstieg in psychologisch fundierte Trauerbegleitung für mehr Menschen ermöglichen – ohne Abstriche bei Qualität, Sorgfalt oder Wirkung.

Kostenlose Alternativen: Was gibt es?
Wer sich professionelle Einzelbegleitung nicht leisten kann oder möchte, hat in Deutschland einige gute Optionen:
Hospizdienste
Ehrenamtliche Trauerbegleiter, oft vermittelt über lokale Hospizhilfen. Kostenlos, persönlich, niedrigschwellig. Ein guter erster Anlaufpunkt. Mehr dazu in unserem Artikel:
Trauerbegleitung in Deutschland: Welche Hilfsangebote es gibt – und welches zu dir passen kann
Trauergruppen & Selbsthilfegruppen
Feste Gruppen mit regelmäßigen Treffen – oft über Kirchengemeinden, Wohlfahrtsverbände oder die Deutsche Hospiz- und PalliativStiftung. Kostenlos, aber mit festem Zeitplan.
Trauercafés
Offene, unverbindliche Treffen ohne Anmeldung. Ideal für alle, die erst einmal schauen wollen, ob Gruppenangebote etwas für sie sind. In größeren Städten meist gut erreichbar.
Achtung: Die Qualität und Qualifizierung von kostenlosen Angeboten unterscheiden sich sehr stark. Meist handelt es sich dabei um selbst Betroffene ohne Qualifikation oder ehrenamtlich engagierte Menschen mit einer kurzen Wochenendfortbildung.
Fazit: Hilfe holen ist keine Frage des Geldes – aber Geld spielt eine Rolle
Professionelle Trauerbegleitung ist wertvoll. Und sie kostet etwas.
Gleichzeitig gibt es heute mehr Möglichkeiten als je zuvor, sich Unterstützung zu holen – in einem Format, das zum eigenen Leben passt.
Du verdienst Begleitung. In welcher Form auch immer.
In diesem Artikel gehen wir näher auf die verschiedenen Formen von Trauerbegleitung ein: Trauerbegleitung in Deutschland: Welche Hilfsangebote es gibt – und welches zu Dir passen kann